Gleichberechtigung...

So oder ähnlich plump hätte eine Kampagne der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und des Österreichischen Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz aussehen können, um darauf aufmerksam zu machen, dass auch Männer Opfer von Gewalt werden. Nicht weniger ignorant entschied man sich dafür, Plakate mit dem Wortlaut aufzuhängen, um mit einem Schlag die Hälfte der Bevölkerung als Täter abzustempeln. Dass Männer häufiger Opfer von Gewalt werden als Frauen (siehe erster Bulletpoint) ist in diesem Fall selbstverständlich völlig irrelevant.

Die Kampagne Mann spricht's an ist kein Beispiel für das Wohlwollen gegenüber Frauen, sie ist ein Paradebeispiel für Hetze. Man muss sich auf der Zunge zergehen lassen, dass es sich hier um eine Kampagne von offiziellen staatlichen Institutionen handelt, wobei das von sich selbst behauptet, dafür zu arbeiten, echte Gleichberechtigung herzustellen.

Plakat der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und des Österreichischen Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz mit der Aufschrift 'Männergewalt bedroht Frauen'

Unsere Gesellschaft trichtert schon den Jüngsten ein, dass sie schlecht sind, weil sie dem männlichen Geschlecht angehören, welches - ohne jede Ausnahme - durch und durch toxisch ist. Das fängt bei der oft einseitigen Berichterstattung von Zeitungen wie der Standard, die Presse oder österreichischen Ministerien an, welche bei negativen Assoziationen wie , oder gerne auf die gegenderte Form vergessen, und endet leider nicht damit, dass Männer, welche sich gegen ungerechtes Verhalten von Frauen und anderen Geschlechtern - gewaltfrei - zur Wehr setzen, als sexistisch, frauenfeindlich oder Nazis verurteilt werden. Gehen sie mit ihren Sorgen an die Öffentlichkeit oder wollen einen ernsthaften Diskurs führen, werden sie nur belächelt oder sogar beschimpft.

Aber was wird wohl aus den Menschen werden, die - ohne jemals etwas Falsches getan zu haben - ständig beschuldigt werden, schlecht zu sein? Die meisten von ihnen wissen schon jetzt nicht mehr, wie sie sich gegenüber Mädchen und Frauen verhalten sollen, ohne gleich als übergriffig zu gelten.

Warum gibt es wohl immer mehr Männer, die Frauen abschwören oder ihnen mit Gewalt entgegentreten (Stichwort Incels)? Sie finden einfach keinen anderen Ausweg mehr. Wenn ein Tier (und ja, wir Menschen sind die schlimmsten Tiere von allen) in die Ecke gedrängt wird, wird es irgendwann auch zum Angriff übergehen. Aber das haben wir scheinbar noch nicht verstanden. Stattdessen suchen wir schon nach Lösungen, wie wir derartige Männer in Zukunft abspeisen können (siehe hier). Nicht ohne Grund gewinnen extremistisch veranlagte Parteien und Gruppierungen immer mehr an Zulauf UND DAS WELTWEIT. Was wird man ihnen dort wohl beibringen?

ist richtig und notwendig. Er beschäftigt sich mit allen Seiten und Aspekten der Gleichberechtigungsdiskussion und erkennt an, dass aus gleicher Berechtigung auch gleiche Verantwortung folgt, nicht aber Bevorteilung oder sogar Hass auf andere. Neo-Feminismus tut das nicht. Frauen haben durchaus auch viele Annehmlichkeiten, die sie gegenüber Männern genießen, aber darüber redet man besser nicht. Und ja, das schadet allen Geschlechtern, aber das hilft Männern nicht, wenn niemand darüber spricht.

Natürlich ist es immer einfacher, jemand anderem die Schuld zu geben und in allem das Böse zu sehen. Wesentlich schwieriger ist es zu fragen . Und wer sich mit unserer Gesellschaft nur ein Bisschen genauer auseinander setzt, merkt schnell, der Großteil der Männer ist bei Weitem nicht so gut gestellt, wie es tagtäglich propagiert wird. Denn ich kenne kaum Feministinnen, welche sich schon mal mit der männlichen Seite der Medaille beschäftigt hätten. Jeder, der ich bis jetzt die männliche Sicht der Dinge nahegebracht habe, war zutiefst darüber überrascht, wie der tatsächliche Stand der Situation ist. Im Gegensatz dazu kenne ich sehr viele Männer, die verstehen, dass etwas für Frauen getan werden muss, sich aber durch das aktuelle Vorgehen massiv angegriffen fühlen. Nicht, weil sie denken in ihren Rechten eingeschränkt zu werden, nein, weil sie benachteiligt, nicht ernst genommen oder sogar ausgeschlossen werden, gleichzeitig aber trotzdem die erledigen müssen.

Das war ein kleiner Ausschnitt von Nachteilen, mit denen Männer zu kämpfen haben und dabei bin ich mir sicher, das war noch nicht einmal die Spitze des Eisbergs für den Durchschnittsmann. Wo sind die Plakate, die darauf aufmerksam machen? Und ja, möglicherweise mögen einige der Punkte klein und unbedeutend wirken, aber wie sagt man so treffend: .

Ich will hiermit auch auf keinen Fall alle Männer in Schutz nehmen oder alle Frauen beschuldigen. Es gibt schlechte Männer, genauso wie schlechte Frauen und es gibt wunderbare Männer, genauso wie wunderbare Frauen (denen wir viel öfters sagen sollten, wie toll sie sind). Die Differenzierung zwischen ihnen macht den Unterschied. Pauschale Abneigung und Verurteilung bringt niemandem was, sie führt nur zu Hass und zu Leid und die Geschichte hat uns oft genug gezeigt, das sollten wir keinesfalls wollen.


alle - Frauen, Männer und alle anderen Geschlechter - haben Probleme, mit denen wir täglich zu kämpfen haben und alle machen Fehler. Wir sind Menschen. Aber wir haben auch Chancen und anstatt uns ständig gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben, ständig vom Patriarchat zu reden und mehr und mehr Hass zu schüren, sollten wir uns lieber fragen , um eine gemeinsame Welt, ohne Hass, ohne Patriarchat und ohne Matriarchat zu schaffen. Denn nur durch ein können wir uns und unseren Kindern eine zufriedenstellende und glückliche Zukunft bieten.

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